Die Schilling-Bardeleben-Papiere

Berlin und Paris in den Jahren 1929 bis 1945


Wie Adolf Schilling-Bardeleben in Paris als Mitarbeiter der  Nachrichtenabteilung der deutschen Botschaft auf seine Weise und mit seinen Möglichkeiten gegen den Kriegsausbruch kämpfte und wie er seine jüdische Freundin Dorit Neumann in Berlin und Paris vor den Nazis versteckte und so vor dem Holocaust rettete.

Adolf Schilling-Bardeleben
im hohen Alter in Bad Godesberg


Dorit Neumann, die mit Schilling-Bardelebens
Hilfe dem Holocaust entkam

Viele Jahre, man kann sagen Jahrzehnte, lagerten die Schilling-Bardeleben-Papiere in einem Haus im Villenviertel von Bad Godesberg, einem Viertel, das John le Carré bei seinem Einsatz an der britischen Botschaft in Bonn in den sechziger  Jahren so ruhig vorkam wie der Hauptfriedhof von Chikago. Als Schilling-Bardeleben im Jahr 1999 vor der Fertigstellung seines Buches starb, wanderten die Manuskriptfragmente seiner "Erlebnisschilderung" in mehreren großen Pappkartons in den Keller von Esther Runkel, einer früheren Arbeitskollegin und guten Freundin von mir. Sie hatte die Beerdigung ihres väterlichen Freundes Schilling organisiert und seinen Nachlass, darunter die Papiere, übernommen. Oft sprachen wir in den Jahren nach seinem Tod über Schilling-Bardeleben und den Inhalt seiner Papiere, den wir aus seinen Erzählungen in großen Zügen kannten. Vor zwei Jahren wanderten die Schilling-Bartheleben-Papiere dann in mein Büro in die Colmantstraße im Bonner Zentrum: Die Wahrscheinlichkeit, im Kontext des Pressebüros einer Veröffentlichung näher zu kommen, war größer.

Dort stehen die Kartons seither unübersehbar im kleinen Eingangsflur und erinnern mich, den Durchgang beengend, täglich daran, dass der Inhalt der Veröffentlichung harrt.


Die Schilling-Bardeleben-Papiere:
Noch gestapelt im Pappkarton

Mehrere begrenzte Versuche, die ich in knapp bemessenen Projektpausen startete (bei einem jüdischen News-Portal, einem historischen Institut in Frankfurt, einem Verlag in Ostdeutschland, bei einem unter die Autoren gegangenen pensionierten Geheimdienstoberst aus Ostdeutschland), führten bis heute nicht weiter.

Deshalb haben Esther Runkel und ich uns entschlossen, Schilling-Bardelebens Buchkonzept und Textproben seines Manuskripts über diese Webseite ins Internet zu stellen. Heute, am 02. Februar 2012, beginnen wir damit, die Flut der Papiere systematischer zu ordnen und Teile davon im Internet zu präsentieren.

Wir hoffen, auf diesem Wege einen Verlag, eine Stiftung oder einen Sponsor zu finden, der uns die Mittel zur Verfügung stellt, Schilling-Bardelebens Arbeit zu Ende zu führen und so die Geschichte eines Zeitzeugen, die erzählt werden muss, zugänglich zu machen.

Hinweise oder Anregungen dazu, für die wir dankbar wären, können an die E-Mail-Adresse info@tradepress.de gesendet werden. 


Zur Person

Adolf Schilling-Bardeleben  wurde am 15. Juli 1910 in Moskau geboren und starb am 09. September 1999 in Bonn. Er entstammte einer deutschen Familie, die bis 1917 in Moskau ansässig war. Kurz nach der russischen Revolution zog die Familie von Moskau nach Berlin um, wo Schilling-Bardeleben zur Schule ging. Nach dem Abitur verbrachte er zunächst einige Jahre in Paris, das zu seiner zweiten Heimat wurde. Später studierte er in Berlin Zeitungswissenschaft und Allgemeine Publizistik bei Emil Dovifat und war als Journalist für verschiedene Nachrichtenagenturen, als Korrespondent in Frankreich, später für "Christ und Welt" und zuletzt für den Presse- und Informationsdienst für Agrarpolitik und Agrarwirtschaft AGRA-EUROPE tätig.



Grab von Adolf Schilling-Bardeleben in Bad Godesberg



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